Auf dem elterlichen Milchviehbetrieb waren die Tage vor und nach der Sommer- und Winterzeit-Umstellung immer eine besondere Zeit, mussten doch neben den Menschen auch die Tiere umgewöhnt werden. Da zivilisatorische Faktoren auf den Biorhythmus der Lebewesen wenig Rücksicht nehmen, und insbesondere der Milchsammel-Lastwagen immer zur gleichen Uhrzeit auf dem Hof steht, Mitarbeiter zur gewohnten Uhrzeit starten und Feierabend machen wollen, müssen eben die Kühe auch nach neuer Zeitrechnung wieder pünktlich zur selben Uhrzeit gemolken werden. Durch eine häppchenweise Anpassung der Zeiten – jeden Tag eine Viertelstunde – hatten wir eine sanfte Zeitumstellung versucht. Die Tiere haben es trotzdem nicht gemocht…
Unsere Hühner haben es diesbezüglich deutlich besser! Sie gehen zum Sonnenuntergang in ihren Stall und setzen sich für die Nachtruhe auf die Sitzstangen, vor und nach der Zeitumstellung. Die Uhren der Hühnermobile stellen sich zwar automatisch um, aber wir passen die Licht-Einschaltzeit in der gleichen Richtung an, so dass die Tiere nichts von der Aktion merken. Die Zeiten fürs Eiersammeln und die Abendrunde müssen wir dadurch natürlich im menschlichen Tagesablauf anders eintakten.

Bild: Eine aufmerksame Henne prüft an der Mobilstall-Steuerung, ob der Mensch die Licht-Einschaltzeit wirklich wieder zurückgesetzt hat.
Übrigens dürfen unsere Legehennen täglich 10 Stunden schlafen bzw. Dunkelheit und Ruhe genießen, während in großen Anlagen bereits nach acht Stunden wieder das Licht angeht. Die längere Ruhezeit ist auch ein Tierwohl-Faktor, den wir unseren Hühnern gern gönnen, obwohl er sicherlich ein paar Prozent Leistung kostet, der sich aber in besserer Gesundheit und Robustheit positiv bemerkbar macht.