Seit Mai 2026 hat Halle ein weiteres Landschaftsschutzgebiet (LSG), und wir sind mittendrin! Das Schutzgebiet heißt Bergbaufolgelandschaft Bruckdorf. In der Verordnung ist es wie folgt beschrieben:
„Das LSG erstreckt sich nahezu ausschließlich über Flächen, welche vom ehemaligen Braunkohletagebau Bruckdorf in Anspruch genommen und überprägt wurden. Es ist durch Großflächigkeit und Unzerschnittenheit, Störungsarmut, Nährstoffarmut, extreme Relief-, Substrat- und Standortverhältnisse und eine sehr hohe Landschaftsdynamik gekennzeichnet. Große Teile des Gebietes wurden nicht oder nur wenig bergbaulich rekultiviert und stattdessen der natürlichen Entwicklung überlassen. Unter diesen Bedingungen hat sich eine sehr vielfältige Landschaft mit z. T. seltenen Biotoptypen erhalten und entwickelt, in der seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden sind. Die vielen unterschiedlichen Geländeformen auf engem Raum bedingen ein sehr abwechslungsreiches Landschaftsbild, welches sehr stark zu seiner Umgebung kontrastiert.“

Das Landschaftsschutzgebiet, im Bereich der Birkenwälder auch „Hallesch Finnland“ genannt, hat eine stattliche Größe von 550 ha / 5,5 Quadratkilometer. Es erstreckt sich im Norden bis zur Dieselstraße, im Osten bis zur Leipziger Chaussee und an die Straße Am Tagebau, umschließt im Westen die Halde „von der Heydt“ und im Nordwesten die aufgeforsteten ehemaligen Altbergbauflächen bis zur Europachaussee und der Dieselstraße.

In der Karte kann man die Ausmaße gut erkennen. Die Darstellung ist allerdings nicht ganz aktuell, denn die Kleingartenanlagen nördlich des Blauen Auges sind mittlerweile ebenfalls Teil des Schutzgebiets, und zwar auf eigenen Wunsch! Dies und andere Hintergrund-Informationen durften wir vergangene Woche bei einer Veranstaltung des Umweltamtes erfahren. Aktive, Planer und Unterstützer trafen sich für einen Rückblick auf die Schutzgebietsentstehung und ersten Gedankenaustausch zur künftigen Pflege und Nutzung der Flächen. Favorisiert wird insbesondere eine Beweidung der Halb- und Offenlandschaften mit Rindern, Wildpferden oder anderen Huftieren. Dadurch soll der Erholungswert der Landschaft aber nicht beeinträchtigt sondern erhalten bleiben und verbessert werden – der Zugang zur Natur bleibt erhalten. Die Planung und Finanzierung einer möglichen Beweidung wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bei der wir auch zu dieser Thematik mit dem Umweltamt in Kontakt bleiben. In der Zwischenzeit ist das Schutzgebiet aber vor erstmal vor weiterer Bebauung oder anderen Beeinträchtigungen bewahrt. Eine „ordnungsgemäße Landwirtschaft“ ist weiterhin möglich und gewünscht, ebenso die Nutzung der Gartenanlagen, des Kanusportzentrums usw.
Wir freuen uns, dass Halle neben der Dölauer Heide und dem Saaletal nun nach langer Vorarbeit ein weiteres wichtiges Naturgebiet sichern konnte, und dass wir an dessen Erhalt mitwirken dürfen!