Für alle Fans guter regionaler Bio-Lebensmittel im Raum Halle-Leipzig gibt es erfreuliche Nachrichten! Wir gehen – ausgelöst durch eine notwendige betriebliche Veränderung – als Biophilja Permakulturhof Halle eine umfangreiche Zusammenarbeit mit der Kooperativen Landwirtschaft KoLa Leipzig eG ein. Die KoLa ist ein Biobetrieb in Taucha bei Leipzig, der seit sechs Jahren nach hohen ökologischen und sozialen Standards auf ca. 35 ha Fläche eine große Vielfalt von Gemüse- und Obstarten hauptsächlich für Mitglieder in Leipzig erzeugt (https://kolaleipzig.de/).

Wichtigste Ziele der Zusammenarbeit sind ein besseres Angebot für Kundinnen und Kunden sowie eine Sicherstellung und Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Dafür wird durch gemeinsame Vermarktung dem gemeinsamen Kundenkreis in Leipzig und Halle künftig das gesamte Produktspektrum hochwertiger Bio-Lebensmittel beider Höfe zugutekommen. In den Betriebs-Schwerpunkten wollen wir uns bei Biophilja künftig mehr auf Hühnerhaltung, Weidewirtschaft und Hofladen fokussieren und dieses erweitern, während die KoLa ihren modernen und professionellen Obst- und Gemüseanbau maßvoll ausbauen kann.
Das klingt doch richtig gut, aus unserer Sicht! Was bedeutet das nun konkret?
– In der Biophilja-Abokiste werden demnächst Gemüsekomponenten von der KoLa enthalten sein, zunächst einzelne, und ab Mai der Großteil des Kisteninhalts. Biophilja steuert bei vielen Lieferungen eine Portion wie Salat, Kohlrabi, Fenchel o.ä. bei.
– Die Vielfalt des Kisteninhalts wird deutlich größer, denn die KoLa hat auch Arten und Sorten im Anbau, die wir bei Biophilja bisher nicht produzieren konnten, z.B. Trauben, Melonen, Pflaumen, Brokkoli, Blumenkohl, Pak Choi!
– Ab dem Jahreswechsel 2026/27 können die Konsum-Supermärkte in Halle als alternative Abholstellen gewählt werden. Und weitere Vorteile aus der Kooperation mit KoLa, wie z.B. die wöchentliche Lieferung im Winter, und die Online-Meldung von Urlaubspausen, wird es ab dann auch geben.
– Die KoLa-Mitglieder in Leipzig können sich ab September auf Wunsch Eier und Geflügelprodukte von Biophilja mit ihrem Ernteanteil liefern lassen. Und im Biophilja-Hofladen wird es ab Mai Produkte beider Betriebe und weiterer regionaler Partner geben, dann auch mit erweiterten Öffnungszeiten.
Du siehst, es entsteht eine Win-Win-Win-Situation: Für Kundinnen und Kunden in Halle und Leipzig ein vielfältigeres Angebot hochwertiger Bio-Lebensmittel, und für beide Betriebe jeweils eine größere Reichweite und Möglichkeit zur Fokussierung auf ihre Stärken! Und vielleicht gelingt es, in Zukunft noch weitere Bio-Betriebe der Region in die Kooperation aufzunehmen und die regionale Bio-Lebensmittelwirtschaft damit langfristig zu sichern.
Wir hoffen sehr, dass dieses Konzept auch für dich attraktiv klingt, und du Kundin bzw. Kunde bleibst oder wirst! Wir brauchen dich, damit es funktioniert! Teile uns gern deine Meinung mit oder melde dich bei Fragen.

Ihr habt doch bei Biophilja bisher auch weitgehend allein ein vielfältiges Gemüseangebot erzeugen können. Warum macht ihr das denn nicht einfach so weiter?
Die Wirtschaftlichkeit in unserem kleinstrukturierten Gemüsebau war in den letzten Jahren immer schwieriger geworden. Gärterinnen-Gehälter konnten zwar auf Mindestlohn-Niveau bezahlt werden, aber viele hundert Arbeitsstunden für Betriebsleiter und Helfer leider nicht. Der Einstieg in den stärker mechanisierten Feldgemüse-Anbau und die Einstellung einer neuen Teamleiterin mit entsprechendem fachlichem Hintergrund sollte im letzten Jahr die Situation verbessern, und wir waren entsprechend motiviert in die Umsetzung gegangen. Aber die Saison entwickelte sich 2025 leider so, dass wir außerplanmäßig viel Geld für Marketing und Rabatte aufwenden mussten, und am Jahresende auch noch große Änderungen im Gartenbau-Team aufgrund geänderter Lebensumstände eintraten. Dies veränderte die Situation so weit, dass ein Weiter-so leider keine Option war und ist.
Warum arbeitet ihr denn dann nicht mit Betrieben im näheren Umfeld von Halle zusammen?
Wir müssen als Biophilja den Betriebsbereich, der gut läuft, stärken und weiterentwickeln, um langfristig bestehen zu können. Das ist eindeutig die Hühnerhaltung, bei der wir auch in den letzten Jahren viel Geld in moderne Mobilställe investiert haben. Für die hier mit hohem Tierwohl-Standard erzeugten Eier und Geflügelprodukte spüren wir einen größeren Bedarf und haben auch noch viel Weidefläche für eine Erweiterung frei. Wir haben also einen Kooperationspartner gesucht, der ein zusätzliches Kundenpotenzial für Geflügelprodukte hat, und andererseits Kapazität und Professionalität für die langfristige Versorgung der Biophilja-Kundinnen und Kunden mit tollem Obst und Gemüse mitbringt. Diese Anforderungen erfüllt die KoLa in idealer Weise, und wir sind froh, hier einen Partner auf Augenhöhe gefunden zu haben.
Was wird denn in der neuen Struktur aus dem schönen Biophilja-Garten, und wo bleiben die Gärtnerinnen?
Bei unseren drei engagierten Gärtnerinnen haben sich die persönlichen Verhältnisse auf verschiedenste Art verändert, so dass sie zwischen November 2025 und Juli 2026 nacheinander aus dem Betrieb ausscheiden. Einmal war es der Wunsch, nach sieben Jahren anstrengender Gartenarbeit etwas anderes machen zu wollen, einmal das attraktive Übernahmeangebot eines größeren Betriebes als Teilhabe, und einmal der Studienabschluss des Partners mit bevorstehendem Ortswechsel. So ist das Leben…
Der Garten bleibt selbstverständlich erhalten. Hier wird weiter Obst und Gemüse wachsen, einerseits für die Kooperation mit der KoLa, andererseits für den Biophilja-Hofladen, nur beim Gemüse nicht mehr in so großer Vielfalt. Für die Bildungsarbeit mit Schulen und Kitas brauchen wir auch weiterhin Obst und Gemüse zum Ernten und Probieren, und dafür sind immer ein paar Beete reserviert. Es wird ab 2027 ein kleines Erdbeer-Selbsternte-Feld geben. Und wir denken an ein Gemeinschaftsgarten-Projekt, aber das ist noch nicht mehr als eine Idee. Es bleibt also spannend!