Hühner hinter Gittern
Nur zwei Tage nach der Ankündigung im letzten Newsletter ereilte uns die Aufstallungsanordnung der Veterinärbehörde. Ab dem Stichtag 31.10.25 muss Geflügel aller Art im Stadtgebiet Halle (Saale)
„[…] a) in geschlossenen Ställen oder

b) unter einer […] dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenabgrenzung […]

gehalten werden.
Wir haben die Forderungen so umgesetzt, dass die Mobilställe dicht an unserem hofnahen Folientunnel stehen und mittels je einer kleinen Voliere mit diesem verbunden sind. Die Hühner können eine Hälfte des mit Heu und Stroh eingestreuten Folientunnels als zusätzlichen Auslauf oder Freiflugfläche nutzen, und tun dies auch gern und ausgiebig. Das Platzangebot für die Tiere hat sich dadurch verdoppelt, und die in der Branche bekannten Platzmangel-bedingten Probleme mit Federpicken und Kannibalismus sind kein Thema. 
Bild: Mobilställe am großen Folientunnel
 
Als zusätzliches Unterhaltungsprogramm gibt es täglich Körner und Gemüsereste in die Einstreu. Und die Hunde dürfen die Hühnerschar täglich während des Eier-Sammelns besuchen, sodass die gegenseitigen Beziehungen erhalten bleiben.
Bild: großes Gedränge gibt es immer nur bei der zusätzlichen Körnergabe in die Einstreu.
 
Damit geht es den Hühnern weiterhin recht gut, was auch in einer stabilen bzw. sogar leicht gestiegenen Eierzahl erkennbar ist. Wir hoffen sehr, dass insgesamt und besonders in unserer Umgebung keine Vogelgrippe-Fälle auftreten und uns die Tiere erhalten bleiben.
Noch ein kleiner Exkurs zum Hintergrund: Ausbruch und Verbreitung der Vogelgrippe wird landläufig den Wildvögeln zur Last gelegt, aber diese Betrachtung ist einseitig und lässt den Einfluss der heute dominierenden Geflügelhaltung in Großanlagen außer Acht. Der abgedroschene Begriff der Massentierhaltung bekommt dabei wieder eine Bedeutung und wird  mit den Zahlen unterlegt, die im Rahmen der Vogelgrippe-Berichterstattung in den Medien genannt worden sind. Keulung  von 50’000 Masthähnchen hier, 85’000 Enten dort und 150’000 Legehennen da. Unvorstellbar! Zum Vergleich: Bei uns leben 600 Hühner.
Wer mehr wissen möchte, kann hier weiterlesen:
Vogelgrippe ist ein Problem der industriellen Geflügelhaltung – nicht der Wildvögel!